EG DU Entwicklungsgesellschaft Duisburg mbH - Stadtteilbüro Marxloh

EG DU - Marxloh

Die EG DU ist auch in Marxloh prominent mit einem Stadtteilbüro in der Marktpassage vertreten. Einer der Arbeitsorte von Karen Dietrich, die als Stadtteilmanagerin viele Fäden zusammenhält und die Aufgaben der EG DU, wie folgt erklärt: „Ziel der EG DU ist es, die Lebensbedingungen im Stadtteil zu verbessern bzw. zu stabilisieren; dies geschieht durch die Umsetzung von städtebaulichen Maßnahmen zur Aufwertung des Ortsbildes sowie durch Unterstützung und Beratung von sozialen Organisationen und lokalen Unternehmern. Das machen wir in Kooperation mit vielen Akteuren und mit Hilfe staatlicher Fördermaßnahmen.“

Beate Gehards und Karen Dietrich vor Ort in Marxloh

Karen Dietrich ist zuständig für Netzwerkarbeit im Stadtteil, hält Kontakt zu unterschiedlichen Arbeitskreisen, die sich für Marxloh engagieren, berät Akteure in ihrer Projektarbeit und schaut, ob diese mit öffentlichen Fördermitteln unterstützt werden können. Dazu gehören Feste, Veranstaltungen, Patenschaften für Grünflächen oder auch Ideen, um Leerstände kreativ zu nutzen. Zum Arbeitsfeld gehört aber auch die Umsetzung städtebaulicher Maßnahmen in Kooperation mit der Stadt Duisburg, wie aktuell dem Campus Marxloh – ein geplantes Gemeinschaftszentrum, das zukünftig ein Ort für Bildung und Integration sein soll.

Auch wenn die Stadtteilmanagerin eine professionelle Sicht auf den Stadtteil wahrt und ihn als „einen Stadtteil mit sozioökonomischer Schwäche“ beschreibt, schätzt sie doch Marxloh als lebendigen Ort mit belebten Straßen und großer, von Migration, geprägter Vielfalt, den man unbedingt besuchen sollte, um sich ein eigenes Bild zu machen: „Marxloh ist meiner Meinung nach der spannendste Stadtteil Duisburgs mit der Merkez Moschee, der Brautmodenmeile, dem leckeren Essen und den freundlichen Menschen. Die Leute sollen kommen und sich einen schönen Tag machen.“

Marxloh erinnert mich an meine Heimat USA, die beide Orte des steten Ankommens sind.

Begegnung, Vertrauen und Dialog sind unabdingbar für Integration. „Marxloh erinnert mich an meine Heimat USA, die beide Orte des steten Ankommens sind. Und Marxloh ist ein Ort des Ankommens.“ Sie erklärt, dass das Viertel schon viele Migrationswellen erlebt und diese auch „gepackt“ hat. „Die Menschen haben ihren Status als „Gastarbeiter“ abgelegt und haben es geschafft, hier etwas Neues, Dauerhaftes aufzubauen.“ Sie weist auf die Situation der Weseler Straße vor rund 20 Jahren hin: Mit einer hohen Leerstandsquote, den Handy- und Dönerläden und Spielhallen war sie als Hauptgeschäftsstraße eigentlich überflüssig geworden. Und dann begann die Geschichte der überregional bekannten Brautmodenmeile …

Stadtteilfest auf dem August-Bebel-Platz

Solcherlei Erfolge entstehen einerseits durch eigene Kraft, aber in sozialen Brennpunkten wie Marxloh sind soziale Unterstützung, Bildungs- und Beratungsmaßnahmen von immenser Bedeutung. Auch um sozialen Frieden zu stärken und Konfliktpotential zu mindern. „Die BewohnerInnen brauchen sehr gute Bildungschancen, damit sie eine bessere gesellschaftliche Teilhabe erhalten.“ Außerdem sieht Karen Dietrich das Thema Wohnen als eine der größten Herausforderungen, denn „wie kann der Leerstand städtebaulich sinnvoll instandgesetzt und neuen Nutzungen zugeführt werden? Dabei spielt es auch eine Rolle, wie der Wohnungsmarkt sowohl für benachteiligte Gruppen, wie Zuwanderer, geöffnet, als auch, wie der Raum kreativ, innovativ genutzt werden kann.“

Kaiser-Wilhelm-Straße am Morgen

Marxloh ist von Bedeutung für Duisburg. Hier lässt sich Wandel live erleben. „Es ist wichtig, nicht an Altem kleben zu bleiben, sondern Neuem aufgeschlossen zu sein und die Chancen zu erkennen.“ Denn Marxloh „erbringt eine wichtige Integrationsleistung für die Stadt.“ Die Stadtteilmanagerin stellt fest, dass auch zunehmend „die Zuwanderer aus Südost-Europa beginnen Fuß zu fassen. Sie machen erste Läden auf, haben Arbeit und richten sich in der Gesellschaft ein, so gut sie können. Mit der Zeit werden sie, wie alle anderen hier, ´angekommen` sein.“ Und: „Zuwanderung ist die Realität. Aber Integration braucht natürlich Zeit – manchmal auch über mehrere Generationen.“

Marxloh muss viele Herausforderungen, wie Armut, Arbeitslosigkeit, Ausbeutung, Leerstand, Müll und Kriminalität meistern. Aber „wenn es diese Probleme nicht gäbe, dann gäbe es auch nicht die Netzwerke und die vielen engagierten Menschen, die ja Marxloh wiederum so interessant machen. Mitmacher sind immer willkommen!"

Video

Karen Dietrich

Karen Dietrich beantwortet die Fragen:
"Was wünschen Sie sich für Marxloh?"
"Wofür steht der Stadtteil?"

Über die EG DU

Die primäre Aufgabe der EG DU Entwicklungsgesellschaft Duisburg mbH ist die Stärkung von Stadtteilen der Sozialen Stadt in Duisburg durch die Umsetzung bzw. Förderung von städtebaulichen, ökonomischen und sozialen Projekten. Dies geschieht vor Ort, in Zusammenarbeit mit BewohnerInnen, Initiativen, Geschäftsleuten und BürgerInnen. Gesellschafterinnen der EG DU sind mit je 50 % die Stadt Duisburg und die Bürgerstiftung Duisburg gAG.

Weitere Projekte sind zurzeit:

ProjektteilnehmerInnen beWiesen!

-        Bezirkssportanlage Warbruckstraße: Mit Hilfe von Fördermitteln werden Spielfelder und Vereinsräume saniert sowie ein neues Sport- und Integrationszentrum, in dem ergänzende Angebote wie Beratung oder Hausaufgabenhilfe stattfinden können. Das Besondere: Es ist ein Gemeinschaftsprojekt von vier verschiedenen Vereinen: FSV Duisburg, Rhenania Hamborn, MTV Union Hamborn und Gelb Weiß Hamborn 1930. Gemeinsam entwickelten sie ein Leitbild gegen Rassismus und für Integration. 2018 wurde erstmalig ein gemeinsames Sommerfest veranstaltet.

-        „BeWiesen!“ ist ein Gemeinschaftsprojekt von Herbert-Grillo-Gesamtschule, WerkStadt Duisburg, Duisburger Werkkiste, AWO Integration, Amt für Soziales und Wohnen, Tausche Bildung für Wohnen, GEBAG und EG DU. Eine Nachmittags-AG mit SchülerInnen der Gesamtschule renoviert eine Wohnung mit Unterstützung von Profi-Handwerkern. Die Arbeiten dienen der Berufsorientierung, der Lebenspraxis und als Lernort (wie lüften, heizen, pflegen). Im Anschluss an die Arbeiten wird zusammen überlegt, wie die Wohnung weiterhin genutzt werden kann.

-        Buddy-Projekt: SchülerInnen des Elly-Heuss-Knapp-Gymnasiums und der Herbert-Grillo-Gesamtschule unterstützen jüngere GrundschülerInnen in ihren Fächern. Die Kleinen lernen von den Großen, die Großen werden begleitet und trainiert von Pädagoginnen und leisten wertvolle ehrenamtliche Arbeit für die sie ein Zertifikat erhalten. Ein Netzwerk unterstützt Bildung im Stadtteil ganz praktisch.

-        Stadtteilbüro: Dient als Anlaufstelle für BürgerInnen und dem Austausch mit NetzwerkerInnen, gibt Auskunft über Planungsstände, bietet Sozial- und Alltagsberatungen in Kooperation mit dem Kommunalen Integrationszentrum der Stadt Duisburg, vermittelt z.B. zu AWO, Jobcenter, Schuldnerberatung, ist aber auch Anlaufpunkt einfach zum gemeinsamen Austausch über die Nachbarschaft.

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