Kohleausstieg und Strukturwandel

Die Stadt Duisburg ist Begünstigte im "5-Standorte-Programm" des Landes NRW, da Duisburg mit dem Steinkohlekraftwerk am Standort Walsum vom Kohleausstieg und dem damit einhergehenden Strukturwandel unmittelbar betroffen ist. Ziel der Förderung ist, auf die anstehende Stilllegung der Kohlekraftwerke bereits im Vorfeld strukturpolitisch zu reagieren und die Grundlage für neue Arbeitsplätze und Wertschöpfung zu schaffen. Die Stadt Duisburg verfolgt mehrere Projektideen, von denen drei hervorzuheben sind:

 

Technologiequartier in Wedau Nord

Auf dem Areal (30 ha) des ehemaligen Bahnausbesserungswerks bauen und entwickeln die GEBAG Fe, die Stadt Duisburg und die Universität Duisburg-Essen ein neues Technologiequartier. 

Das Technologiequartier gehört nach 2030 zu den führenden Inkubatoren und Innovationsräumen in Deutschland, in dem baulich, gesellschaftlich / sozial, technologisch, wissenschaftlich und ökonomisch neue Wege gegangen werden. Im Technologiequartier sind ein Technologiezentrum, Teile der Universität Duisburg-Essen, Forschungseinrichtungen sowie technologieaffine Unternehmen und Start-ups in ausgewählten zukunftsorientierten Kompetenzfeldern angesiedelt. 
Durch die Verknüpfung von Stadtentwicklung, Wissenschaft und Wirtschaft mit dem Technologiequartier und dem Technologiezentrum in Duisburg wird ein neuer Lebensraum mit Strahlkraft in die Region geschaffen: smart, nachhaltig, resilient. 
Das neu geschaffene technologieaffine Umfeld soll den Wissenstransfer und Ausgründungen erzeugen, wodurch sich für Duisburg neue innovative Wirtschaftsbranchen gewinnen lassen. Dadurch sollen neue Beschäftigungsverhältnisse und neue Wertschöpfung generiert werden, um den Strukturwandel in Duisburg nach dem Kohleausstieg zu bewältigen.

Das Technologiezentrum ist national wie international sichtbar durch seine Strahlkraft und Vernetzung von und für Gründer, Wirtschaft, Wissenschaft, Stadtgesellschaft und Region. Mittel- und langfristige Entwicklungen haben dort Vorrang vor kurzfristiger Symbolik und Effekthascherei um Nachhaltigkeit zu erzeugen und langfristig sichern. 
 

 

Smart Port – 5G-Anwendungsfelder für Logistik und Mobilität 
Die übergeordnete Ziele des Projektes „5G.Smart.Port“ ist durch 5G-Digitalisierungs- und innovative Automatisierungsmaßnahmen eine positive Beschäftigungswirkung im Duisburger Hafen zu entfalten und dabei gleichzeitig nationale und europäische Nachhaltigkeitsziele durch die Verlagerung von Güterverkehr von der Straße auf die Schiene bzw. Wasser zu erfüllen.  

Durch den Aufbau eines 5G-Industrienetzes auf den sechs Terminals und einem Pre-Gate des Duisburger Hafens sowie der Universität Duisburg-Essen wird die technische Grundlage zur Digitalisierung der Logistikprozesse auf dem Hafengelände gelegt.  

Die Digitalisierung ermöglicht eine Reihe von innovativen Entwicklungen zur Automatisierung des Hafens, die im Projekt adressiert werden. Hierdurch soll die Umschlagskapazität des Hafens erhöht und ein wirtschaftlicher Betrieb von Pre-Gates ermöglicht werden.  

Pre-Gates ermöglichen eine Verringerung des innerstädtischen Verkehrs und führen zu einer Verkürzung der Fahrtwege und Wartezeiten von LKWs, wodurch eine positive Verkehrsflusswirkung angestrebt wird.  

Die gleichzeitige Ansiedlung und Förderung neuer Unternehmen (Start-ups) im Rahmen einer 5G-Masterclass entfaltet darüber hinaus eine zusätzliche positive Beschäftigungswirkung, insbesondere für hardwaregetriebene Start-ups und technisch anspruchsvolle Lösungen. Verbunden mit zentralen Forschungsaktivitäten der Universität zu 5G und 6G einerseits und Ausbildung/ Qualifizierung von Personal andererseits wird so die Grundlage für ein erfolgreiches Ecosystem für Digitale-Logistik in Duisburg und den angrenzenden Regionen geschaffen.  

 

Wasserstoff-Hub im Nordhafen Duisburg

In Duisburg wird ein Wasserstoff-Technologiezentrum entwickelt, das die wesentlichen Elemente der Wasserstoff-Wirtschaft adressiert. Durch den „HyHub“ wird der Nukleus für die Entwicklung der regionalen Wasserstoff-Wirtschaft geschaffen, in dem die einzelnen Stränge der Wasserstoff-Quellen, der Verteilung und der Anwendung der unterschiedlichen regionalen Ansätze und Projekte über den HyHub vernetzt und damit wirtschaftlich überhaupt ermöglicht werden. 

Duisburg ist aufgrund der geografischen Lage und der technischen Anbindung an Logistikwege und Leitungsnetze prädestiniert für die Ansiedlung der notwendigen Gewerke, Produktions- und Umschlagstellen. Mit dem international führenden Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Forschungszentrum ZBT sowie der lokalen Anlagen- und Prozessindustrie, Energieversorger und Netzbetreiber stehen die notwendigen Partner zur Verfügung. 

Der HyHub ist zudem Wasserstoffknotenpunkt in der Rhein-Ruhr-Region und verbindet und die folgenden Themen und Technologiefelder: 

·        Wasserstoff-Quellen: Elektrolyse, Pipeline, Anlieferung über Transportwege 

·        Wasserstoff-Verteilung: Wasserstoffaufbereitung, -speicherung und -abfüllung 

·        Wasserstoff-Anwendung: Multimodale Nutzung in Mobilität, Logistik und Industrie 

·        Technologie: Forschungszentrum für großskalige Wasserstofftechnik, Prüfzentrum 

·        Regionale Entwicklung: Ausbildungs- und Schulungszentrum, Technologiezentrum 

Herr Andreas Goetsch, Dr.
Wirtschaftsreferent