History


Duisburger Akzente 2017: Umbrüche

Unter dem Titel "Umbrüche" setzen sich die Duisburger Akzente in diesem Jahr vom 10. bis zum 26. März mit tief greifenden Veränderungen in Kultur, Politik, Gesellschaft, Geschichte oder Technik, aber auch in individuellen Biografien auseinander.

Plakat der 38. Duisburger Akzente
 
Eröffnet wird das Festival am 10. März, 20:00 Uhr, mit der Produktion "Stella - Das blonde Gespenst vom Kurfürstendamm" der Neuköllner Oper. Die Berliner Bühne, Spezialistin für eigenwilliges Musiktheater zwischen Avantgarde und Revue, erzählt darin die authentische Geschichte der Jüdin Stella Goldschlag, die davon träumt, als Schauspielerin und Sängerin ein Star zu werden. Um ihre Eltern vor dem Tod im KZ zu retten, wird sie "Greiferin" der Gestapo. Mehr als 300 untergetauchte Juden soll sie aufgespürt und den Faschisten ausgeliefert haben. Wolfgang Böhmer (Musik) und Peter Lund (Musik) haben ein Stück gemacht über eine Frau, die bewundert und geliebt und gleichzeitig verachtet wurde.
 

Festivalzelt Mercatorviertel


Stella - Das blonde Gespenst vom Kurfürstendamm (c) Matthias Heyde
 
Gespielt wird "Stella" in einem Zelt, das eigens für die "Akzente" auf dem Gelände des "Mercatorviertels" errichtet wird. Während der gesamten "Akzente" wird es Spielstätte für ein hochkarätiges Programm sein. Möglich wurde das durch das Engagement des Premiumsponsors GEBAG, der dieses Gelände für eine neue Nutzung erschließt. Im Mittelalter Teil des Stadtzentrums, in dem auch Gerhard Mercator lebte und arbeitete, und nach dem zweiten Weltkrieg vor allem Standort für Schulen, soll hier ein neues Stadtviertel entstehen. "Wir haben den Duisburgerinnen und Duisburgern versprochen, dass das Mercatorviertel auch während der Bauphase immer wieder mit Aktionen oder Veranstaltungen bespielt wird", erklärt GEBAG-Chef Bernd Wortmeyer. "In dieses Konzept passen die Akzente wunderbar und deshalb sind wir natürlich als Sponsor dabei."
 

Frank Goosen (c) Magdalena Stengel
 
Zu erleben sein wird hier am 12.3. Dirk Stermann, der in Duisburg aufwuchs und in Wien zu einem der bekanntesten Kabarettisten und TV-Moderatoren Österreichs wurde. Stermann ist außerdem Essayist und erfolgreicher Romanautor. Sein aktuelles Buch "Der Junge bekommt das Gute zuletzt" wurde überaus positiv besprochen. Unter dem Titel "6 Österreicher unter den ersten 5" wird er ein spezielles "Best Of Programm" für seine Heimatstadt lesen.
Auch der Ruhrgebiets-Autor Frank Goosen kommt ins Festivalzelt (24.3.), das Duo Christan Zehnder & Barbara Schirmer stellt unter dem Titel "Lausch" eine imaginäre alpine Musik zwischen Tradition und Avantgarde vor und der Pianist Kai Schumacher setzt sich mit der Minimal Music eines Philip Glass oder Steve Reich sowie ihren musikalischen Vorfahren und Erben auseinander.
Eine Art "Running Gag" der "Akzente" ist in den letzten Jahren der spontane "Heymatabend" des Kabarettisten Kai Magnus Sting und des Musikers Jupp Götz geworden. Diesmal wollen die beiden ihr Publikum gleich an zwei Abenden (14. und 15.3) mit improvisierten Texten und Liedern unterhalten. Deshalb bringen sie auch die Bigband der Musikschule Duisburg als Verstärkung mit.
 

Zehnder & Schirmer (c) Nils Fisch
 

Kunst aus Vilnius und Jana Sterbaks Kleid aus Fleischstücken

Der zweite Premiumsponsor der Akzente, die Sparkasse Duisburg; hat ein Projekt mit der Duisburger Patenstadt Vilnius ermöglicht. "I was born in a country that no longer exists" ist der Titel einer Ausstellung, die Arbeiten von AbsolventInnen der Kunstakademie der litauischen Hauptstadt zeigt. Erstaunlich sind die handwerkliche Qualität der Arbeiten und das Interesse an der menschlichen Figur als Thema. Zu sehen ist die Ausstellung im Duisburger Stadtarchiv.
Unter dem Titel "Life Size. Lebensgröße" stellt das Lehmbruck Museum die tschechisch-kanadische Künstlerin Jana Sterbak vor. Zu sehen sind neben dem "Flesh Dress", mit dem sie schon 1987 bekannt wurde, weitere ebenso rätselhafte wie poetische Arbeiten ihres vielgestaltigen Werkes.
Mit den "Akzenten" beginnt auf dem Gelände des Mercatorviertels auch die "Kick-Off-Phase" des großen Fotobuch-Projektes "Welt im Umbruch" der Montag-Stiftung. Das "Café Courage" in einem Container ist Kommunikationsraum und Ausgangspunkt einer für den Sommer geplanten Ausstellung mit 22 Fotobüchern von international renommierten Fotografinnen und Fotografen. Das Café ist nicht nur ein Ort der Diskussion, hier sind auch eigene Fotos, die persönliche Umbrüche spiegeln, willkommen.
 

Akzente Theatertreffen

Das Theatertreffen im Theater Duisburg ist seit der Gründung das Herz der Duisburger Akzente. In diesem Jahr kommen unter anderem das Wiener Burgtheater mit "Diese Geschichte von Ihnen" (24./25.3.) und das Deutsche Theater Berlin mit dem Dialogstück "Gift. Eine Ehegeschichte" (21.3.). Dagmar Manzel und Ulrich Matthes zeigen grandioses Schauspielertheater. Das Schauspiel Frankfurt stellt mit der von Michael Thalheimer inszenierten "Penthesilea" die auf drei Akteure verdichtete Tragödie Kleists vor. Erstmals ist das Münchner Volkstheater beim Theatertreffen zu Gast (14./15.3.). Regisseur Christian Stückl habe Lessings "Nathan der Weise" mit einem hoch motivierten multikulturellen Ensemble inszeniert, das sich mit Hirn und Herz in den Dienst des Stücks stelle, schrieb die Süddeutsche Zeitung. Neben Gastspielen mit renommierten Inszenierungen bringt das Theater auch eigene Produktionen wie Becketts "Endspiel" inszeniert von Kevin Barz oder - in Koproduktion u.a. mit dem Figurentheater Cipolla - Kleists "Michael Kohlhaas" während der "Akzente" auf die Bühne.
 

PoetrySlam, Amore und Tage mit Gott - Programm der Stadtbibliothek


Sebastian 23 (c) Pierre Caravan
 
Axel Hacke und Ilija Trojanow zählen zu den bekanntesten Autoren des Literaturprogramms der Stadtbibliothek. Hacke, der durch seine Kolumnen in der Süddeutschen Zeitung bekannt wurde, liest am 14.3. aus seinem aktuellen Buch "Die Tage, die ich mit Gott verbrachte", wird aber auch den "weißen Neger Wumbaba", den "kleinen König Dezember" und andere Figuren seiner Bücher zu Wort kommen lassen. Auf die gesellschaftskritische Funktion der Literatur beharrt Ilija Trojanow mit der Lesung aus seinem Roman "Macht und Widerstand" (20.3.), der um Konstantin, Opfer der bulgarischen Staatssicherheit, ein zeitgeschichtliches Panorama über fünf Jahrzehnte entfaltet.
Ganz andere Töne schlägt PoetrySlammer "Sebastian 23" mit seinem Soloprogramm "Blatt vor'm Mund" (18.3.) an. Er sei ein großartiger Wortakrobat und scharfzüngiger Denker meint die ZEIT.
Italienische Liebesgeschichten u.a. von Umberto Eco, Andrea Camilleri und Franca Magnani liest der Reinhold Joppich. Der gebürtige Duisburger war Buchhändler in Rom und viele Jahre Vertriebs- und Verkaufsleiter bei Kiepenheuer & Witsch. Er wird musikalisch unterstützt von Mario Di Leo.
 

Luther, Digitalisierung und die Zukunft des Mercatorviertels - Vorträge und Diskussionen

In mehreren Vorträgen geht es bei der VHS Duisburg um Themen wie die Veränderungen der Arbeitswelt durch Digitalisierung oder die Energiewende. Veranstaltungen der evangelischen Kirche setzen sich mit Luther und seinem Verhältnis z.B. zu den Juden auseinander. Prominent besetzt ist ein Vortrag zur Zukunft des Mercatorviertels am 21.3., 20 Uhr, im Festivalzelt. Carsten Tum, Leiter des Stadtentwicklungsdezernates in Duisburg, und Bernd Wortmeyer, Geschäftsführer der GEBAG, sprechen über die Perspektiven des Areals als neues Wohn- und Bildungsquartier. Vorher, um 18:30 Uhr, erinnert Dr. Andreas Pilger, Leiter des Stadtarchivs, unter dem Titel "Phönix aus der Asche" an den Neuaufbau Duisburgs nach dem Zweiten Weltkrieg.
 
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